Rheinische Post vom 03.09.2014

3. September 2014 at 20:07
Stadt Willich

Die erste Schützenkönigin in Anrath

Stadt Willich. Natascha Oerschkes holte den Vogel mit dem 86. Schuss von der Stange. Damit ist sie die erste Frau an der Spitze des Marschier- und Feier-Regiments in der über 550-jährigen Geschichte der St.-Sebastianus-Bruderschaft. Von Willi Schöfer
„Lupo, hast du ein Problem damit?“, fragte vor einigen Wochen Natascha Oerschkes den Präsidenten der St.-Sebastianus-Bruderschaft, Christian Lüpertz, ob er sich eigentlich vorstellen könne, dass auch einmal eine Frau eine Schützenkönigin in Anrath wird. „Überhaupt nicht“, bekam sie zur Antwort. Gesagt, getan: Die 25-Jährige legte sich dann auch beim Vogelschuss mächtig ins Zeug und holte am Montagabend exakt um 19.34 Uhr das hölzerne Federvieh mit dem 86. Schuss herunter. Es ist in der über 550-jährigen Geschichte der Bruderschaft das erste Mal, dass im nächsten Jahr eine Frau an der Spitze des Marschier- und Feier-Regiments steht.

„Es musste jetzt endlich mal eine Frau ran“, begründete Königin und KEV-Fan Natascha ihren Entschluss, beim Vogelschuss anzutreten und ihr Bestes zu geben. Sie, die als Friseurin in Korschenbroich arbeitet, war schon vor etwa zehn Jahren der Formation der „Musketiere“ beigetreten. 2010 wechselte die heute 25-Jährige zu den „Anrather Mädels“. Und als die Frauen in ihren schwarzen Hosen und Westen, weißen Hemden und hellgelben Halstüchern kürzlich das Schützenfest des Vereins „Klein Jerusalem“ in Neersen besucht hatten, kam ihr die Idee, das Amt der Schützenkönigin anzustreben. Natascha hatte auch schnell ihre Ministerinnen und die königliche Offizierin gefunden: Es sind Yvonne Otto (25), Nadine Limbach (23) und Sabrina Wallraf (25), allesamt echte Anrather Mädels.

„Ich bin stolz wie Oskar“, sagte nach dem Volltreffer am Rande des mit rund 250 Personen sehr gut besuchten Vogelschießens der Vater der neuen Königin, Alexander Oerschkes. Der 50-jährige Ehren-Präsident der Bruderschaft war selbst 1987 Schützenkönig gewesen, ihr Opa Georg Lach im Jahr 1998. Auch ihr anderer Großvater, Werner Oerschkes (76), war natürlich stolz auf seine Enkelin.

Da Natascha derzeit keinen Freund hat, gibt es demzufolge auch keinen offiziellen Prinzgemahl. „Wir vier Frauen machen das alleine, das schaffen wir schon“, sagte sie im Gespräch mit der RP zuversichtlich. Seine Königsburg will das Quartett im nächsten Jahr am Restaurant „Zur Post“ aufbauen. Zur offiziellen Krönung kommt es aber erst im April.

Die Mädels und Frauen gehören schon lange zu den Sebastianern dazu. „Schon Anfang der 1990er- Jahre haben wir die Satzung geändert, dann auch weibliche aktive Mitglieder aufgenommen“, sagte Präsident Lüpertz. Vor etwa 15 Jahren sei dann auch beschlossen worden, ergänzte er, dass auch Frauen Schützenkönig werden dürfen.

Zu den ersten Gratulanten der neuen Königin gehörte die noch amtierende Majestät Marco Gotzes. Sieht man einmal von den Regengüssen ab, so vor allem am Sonntag, sprachen Gotzes als auch seine Minister Dietmar Kivelip und Klaus-Dieter Will sowie Königsoffizier Andreas Tives von schönen und unvergesslichen Erlebnissen.

Unter großem Hallo wurde die neue Königin beim letzten Schützenball im Festzelt, als die Coverband „Herzschlag“ aufspielte, vorgestellt. „Lass mich dein Prinzgemahl sein“, kamen dabei zu später Stunde entsprechende Angebote. Natascha blieb aber standhaft.

Quelle: RP

Rheinische Post vom 01.09.2014

1. September 2014 at 14:33
Rheinische_Post_01.09.2014

Vorbeimarsch der Schützen am Samstag vor Schützenkönig Marco Gotzes und seinem Hofstaat sowie den Ehrengästen. Heute ist für 16.45 Uhr die Abschlussparade für das Schützen- und Heimatfest in Anrath geplant. FOTO: WOLFGANG KAISER

Stadt Willich

Regen: Festumzug gestern abgebrochen

Stadt Willich. Die St.-Sebastianus-Bruderschaft von 1463 feiert in Anrath Schützen- und Heimatfest. Heute ist der letzte Tag. Der Eintritt im Festzelt ist wie an allen Tagen kostenlos. Um 17.30 Uhr soll ein neuer König – oder Königin – ermittelt werden. Von Willi Schöfer

Marco Gotzes ist 32 Jahre und Junggeselle. Als König von Anrath wusste er sich aber zu helfen, forderte bisher bei den Festbällen seine Hofdame Julia Steffen (34) auf. Gemeinsam tanzten sie zu Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ den Disco-Fox. So geschehen beim derzeit noch laufenden Schützenfest der St. Sebastianus Bruderschaft.

Atemlos waren auch am gestrigen Morgen, als gerade der Kranz auf der Gedenkstätte des Friedhofs niedergelegt war, die etwa 130 aktiven Sebastianer. Denn bei einem kräftigen Regenguss wurde schnell ein sicherer Unterschlupf unter Bäumen oder Vordächern gesucht.

Das Wasser sollte die Schützen gestern auch am Nachmittag begleiten. Es regnete so stark, dass der große geplante Festumzug abgebrochen werden musste. Die Parade mitsamt dem Zapfenstreich musste ins Festzelt verlegt werden. Dabei sollte es mit den befreundeten Königshäusern der größte Tag mit etwa 350 Schützen und Musikern auf den Straßen werden. Auch die Kutschenfahrt mit einigen besonderen Gästen, so mit dem Bürgermeister und dem neuen evangelischen Anrather Pfarrer, Christoph Kückes, dauerte nicht lange.

Ansonsten griffen die Schützen natürlich gerne zum Wasser und vor allem zum Gerstensaft. So schleppte gerade gestern beim musikalischen Frühschoppen mit der Kapelle von TV Jahn Bockum unter anderem Kellnerin Biggi jede Menge Biersäulen durchs Zelt. Gefüllt mit drei Litern, inklusive Zapfhahn am Glas, für 25,50 Euro das Stück. Auch die „Meisterschützen“ ließen es sich schmecken.

„Bis auf den Regen lief alles rund“, darin waren sich König Gotzes, seine Minister Dietmar Kivelip und Klaus-Dieter Will sowie der königliche Offizier, Andreas Tives mit ihren Frauen einig. Die 15. Sebastianer Zeltfete mit DJ Sascha zum Auftakt war noch stärker besucht als der erste Festball mit der Coverband „California Blue“. Und auch Präsident Christian Lüpertz, von seinen Freunden nur „Lupo“ genannt, strahlte auch hinsichtlich des heute stattfindenden Königsvogelschusses. Denn unter den ernsthaften Bewerbern soll erstmals in der über 550-jährigen Geschichte der Bruderschaft eine Frau sein. Feuer frei an der Schießrute Wöbel ab 17.30 Uhr.

Christoph Seffern und Daniel Klein hatten mit ihren Teams der Schützenmajestät an der Gaststätte „Zum Lindenwirt“ eine imposante Königsburg gebaut. Lindenwirt Friedhelm spendierte dort allen Schützen am Samstag eine leckere Erbsensuppe. Die Senioren des Altenheimes freuten sich wieder über die „Pruumetaat“, den Pflaumenkuchen hatte die Bäckerei Hauser gebacken.

Unterstützung und Verstärkung bekam der 15 Jahre alt gewordene Wach- und Offizierszug der „Braven Jonges“ (Zugführer ist Tino Steffen) auch vom König der benachbarten St. Johannes Schützengesellschaft Clörath-Vennheide, Markus Berger. Er marschierte mit seinen Ministern und dem Königsoffizier mit. In den nächsten Wochen wollen die Verantwortlichen beider Gemeinschaften mal miteinander reden, ob aus Kostengründen in Zukunft ihre Heimatfeste im jährlichen Wechsel stattfinden sollen.

So weit ist es aber noch nicht. In den Schützenzügen machten auch zahlreiche Mädchen und Damen mit. Neu waren die jungen „Meisterjäger“, im Schnitt zehn bis zwölf Jahre alt. „Die Gruppe wollte sich erst „Jägermeister“ nennen, aber da hat unser Jungschützenmeister Jürgen Waßer ein Veto eingelegt“, sagte und schmunzelte dabei Christian Lüpertz.

Heute geht das Anrather Schützenfest in die letzte Runde. Zum großen Schützenball im Festzelt spielt „Herzschlag“ auf. Der Eintritt ist wie immer kostenlos. Bereits um 16.45 Uhr beginnt die Abschlussparade am Markt.

Quelle: RP

Rheinische Post vom 28.04.2014

28. April 2014 at 20:42
Rheinische_Post_28.04.2014

Bei Schmitz-Mönk wurde am Samstagabend das neue Anrather Königshaus feierlich inthronisiert. FOTO: Wolfgang Kaiser

Stadt Willich

Die Anrather Schützen feiern ihren neuen König

Stadt Willich. Die Königsburg für Marco Gotzes wird im August beim Linden-Wirt an der Lindenstraße aufgebaut.

„Schönes Wetter und viel Spaß an der Freud“, dies erhofft sich Marco Gotzes vor allem für einige Tage im Spätsommer. Denn vom 29. August bis 1. September ziehen die Schützen durch die Anrather Straßen, findet das beliebte Heimatfest der St.-Sebastianus-Bruderschaft statt. Dazu wurde der 31-jährige Marco I. Gotzes jetzt in den königlichen Stand erhoben. Annähernd 200 Gäste kamen zur Königskrönung in die Haus-Brauerei Schmitz-Mönk. Darunter auch Ehrenpräsident Alexander Oerschkes, eine Abordnung mitsamt des Königshauses der St.-Johannes-Schützengesellschaft Clörath/Vennheide, mit dem „Honschafts-Bürgermeister“ Dieter Lambertz an der Spitze.

Natürlich durfte Willichs Bürgermeister Josef Heyes nicht fehlen. Bevor Heyes gemeinsam mit Präses Markus Poltermann die Inthronisierung vornahm, galt es dem jungen Königshaus um den 25-jährigen Christoph Seffern zu danken. Schweren Herzens („Es hat uns allen viel Freude gemacht, wir werden das Fest nie vergessen“) musste Seffern das Silber abgeben. Viel Applaus gab es ferner für Ex-Königin Jessica Faasch, die Minister Florian Kempen und Pascal Auszra und für Königsoffizier Sven Grothues.

Dann war es endlich soweit, stand die Gruppe der „Brave Jonges“ im Mittelpunkt. Daraus kommen Marco Gotzes, seine Minister Dietmar Kivelip und Klaus-Dieter Will sowie der königliche Offizier Andreas Tives, der der Zugführer der Formation ist. „Ich habe deshalb im vergangenen Jahr auf den Vogel geschossen, weil unser Schützenzug in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert“, sagte der neue König. Der gelernte Marketing-Kaufmann hatte es 2004, damals war sein Vater Udo Binnemann amtierender Schützenkönig, schon einmal versucht. Er war aber damals ganz knapp Dr. Thomas Münch unterlegen, der dann 2005 zum König wurde.

Für die Unterhaltung auf der Tanzfläche sorgte beim Krönungsball die Coverband „Nightlife“. Der Disco-Fox des neuen Königshauses kam an, auch die Frauen der Minister und des Königsoffiziers, Marita Kivelip, Monika Will und Silvia Tives, verdienten sich beste Haltungsnoten. Wie übrigens auch die Tanzpartnerin des neuen Königs, der eigentlich noch Junggeselle ist.

Es wurde ein gelungener Abend, mit einem gut aufgelegten Präsidenten Christian, genannt „Lupo“, Lüpertz. Dieser sagte noch den Verantwortlichen von Rat und Verwaltung Dank für den neu gestalteten Ortskern. Lüpertz: „Unser Anrath ist ein Stückchen schöner und attraktiver geworden.“

So langsam können sich die Sebastianer auf das kommende Fest vorbereiten. Bis dahin finden noch einige Versammlungen im Bruderhaus statt. Die Königsburg wird im August beim Linden-Wirt an der Lindenstraße aufgebaut. Bis dahin wird es für den neuen König und sein Gefolge noch einige Auftritte bei den benachbarten Schützenfesten geben.

Jeder, der mal auf den Holzvogel schießen möchte, hat dazu am Nachmittag des 17. Mai die Gelegenheit. Dann ermittelt an der Schießanlage Berger die Mediziner-Gruppe ihren neuen Zugkönig. Und parallel dazu gibt es einen Wettbewerb für andere Interessierte. Und möglichst viele Besucher wünscht sich auch König Marco Gotzes beim diesjährigen Anrather Schützenfest.

Quelle: schö

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